DFB-Mobil

Kurz vor der Sommerpause durften wir bei der SG MoGoNo Leipzig das DFB-Mobil des sächsischen Fußballverbandes begrüßen. Gemeinsam mit zwei DFB-Trainern ging es ins Training mit unseren E-Junioren.

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Was ist das DFB-Mobil?

Seit 2009 gibt es das DFB-Mobil. Von dem einen DFB-Mobil zu reden ist natürlich nicht ganz richtig – denn eigentlich sind es mehrere DFB-Mobile. Jeder Landesverband des DFB besitzt ein oder mehrere dieser Fahrzeuge.

Mit dem DFB-Mobil fahren ausgewählte Lizenztrainer der jeweiligen Landesverbände durch ihre Regionen und führen bei Fußballvereinen vor Ort Muster-Trainingseinheiten durch.

Die Landestrainer versuchen, durch verschiedene Tipps und Ideen die Trainingsgestaltung der Vereine zu verbessern. Schließlich hat der DFB ein großes Interesse an einer qualitativ hochwertigen Ausbildung der vielen Fußballtalente in unserem Land.

Die Landesverbände des DFB

BFVBadischer Fußballverband
BFVBayerischer Fußball-Verband
BFVBremer Fußball-Verband
BFVBerliner Fußball-Verband
FLB Fußball-Landesverband Brandenburg
FLVWFußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen
FSAFußballverband Sachsen-Anhalt
FVMFußball-Verband Mittelrhein
FVNFußballverband Niederrhein
FVRFußballverband Rheinland
HFVHessischer Fußball-Verband
HFVHamburger Fußball-Verband
LFVMVLandesfußball­verband Mecklenburg-Vorpommern
NFVNiedersächsischer Fußballverband
SBFVSüdbadischer Fußball-Verband
SFVSaarländischer Fußballverband
SFVSächsischer Fußball-Verband
SHFVOberliga Schleswig-Holstein
SWFVSüdwestdeutscher Fußballverband
TFVThüringer Fußball-Verband
WFVWürttembergischer Fußball-Verband

Die Ausbildungsphilosophie des DFB und die goldenen Regeln des Kinderfußballs

Die heutige Kinderwelt

Du kannst es überall lesen und es leuchtet ja auch ein: die Welt der Kinder hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch geändert.

Als ich selber ein Kind war, gab es weder Handys noch Spielkonsolen. Bei uns im Haus gab es nicht einmal ein Telefon und auf unserem Schwarz-Weiß-Fernseher liefen offiziell nur zwei Programme.

Nach der Schule wurde der Bücherranzen in die Ecke geschmissen und es ging raus zum Spielen. Auf der Wiese wurde Fußball gebolzt und im Wald wurde geklettert und Verstecken gespielt.

Die Kinder von heute finden eine ganz andere Spiel- und Bewegungswelt wieder.

Diese neue Welt ist weder besser noch schlechter. Sie ist einfach nur anders.

Dabei stechen vor allem zwei Unterschiede hervor: In der heutigen Kinderwelt mangelt es an Bewegung und gleichzeitig nimmt der Erfolgs- und Leistungsdruck gewaltig zu.

Die Gesellschaft verlangt von Sportvereinen, dass sie den damit einhergehenden Problemen mit ihrer Kinder- und Jugendarbeit entgegenwirken.

Dass dies ein enormer Kraftakt für die meisten Vereine ist und die politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen dafür immer schlechter werden, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Fakt ist aber, der DFB hat den Wandel erkannt und zumindest in seiner allgemeinen Ausbildungsphilosophie darauf reagiert.

Kindgerechtes Jugendtraining bei F- und E-Junioren

Ein kindgerechtes Jugendtraining heißt daher nach der DFB-Ausbildungsphilosophie vor allem: die Bedürfnisse des Kindes mehr beachten und das Fußballspielen zum Erlebnis machen!

Im Jugendtraining der F- und E-Junioren geht es schon lange nicht mehr um monotones Wiederholen von statischen Übungen. Auch Taktikschulungen und preußische Disziplin sind längst aus den Leitlinien des Kinderfußballs verschwunden.

Im Vordergrund der Trainingseinheiten, nach der Ausbildungsphilosophie des DFB, stehen vielmehr:

  • das Sammeln unterschiedlicher Bewegungserfahrungen
  • die Freude am Fußball mit vielen verschiedenen Spielen fördern
  • das Fördern von Schnelligkeit und grundlegenden fußballerischen Fähigkeiten
  • der Mut, sich auszuprobieren

Dabei soll natürlich immer darauf geachtet werden, dass die Anforderungen mit dem Alter der Kinder steigen. Dies bedeutet, dass vor allem kognitive und körperliche Voraussetzungen die Art und den Schwierigkeitsgrad einzelner Übungen bestimmen.

Nun sind das alles viele Worthülsen. Doch wie soll das genau in einer Trainingseinheit umgesetzt werden?

Um diese Frage zu beantworten, schickt der DFB seine DFB-Mobile durchs Land.

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Die Trainingseinheit mit dem DFB-Mobil

Goldene Regeln der DFB Ausbildungsphilosophie

Die Stützpunkt-Trainer, die mit dem DFB-Mobil die Vereine besuchen, trainieren natürlich nach der Ausbildungsphilosophie des DFB.

In einer DFB-Muster-Trainingseinheit zeigen sie den Vereinstrainern, wie es gehen kann. Dabei wenden sie die sogenannten „10 goldenen Regeln des Kinderfußballs“ an.

10 goldene Regeln des Kinderfußballs

  1. Spaß und Freude am Sport fördern!
  2. Auf einfache Regeln, leichte Bälle, kleine Felder achten!
  3. Kleine Spielgruppen bilden!
  4. Jedem Kind einen Ball geben!
  5. Auf kurze Spielzeiten achten!
  6. Kurz erklären und vormachen!
  7. Viele Ballkontakte ermöglichen!
  8. Vielseitige Bewegungsaufgaben stellen!
  9. Kinder auf allen Positionen spielen lassen!
  10. Spielerische Aufgaben stellen!

Diese Regeln finden sich in allen gezeigten Spiel- und Übungsformen wieder und sind ein Kernpunkt der DFB-Ausbildungsphilosophie.

Nach der Trainingseinheit bieten die Trainer dann eine kurze, gemeinsame Auswertung an. Dabei verstehen sich die Trainer weniger als Lehrer sondern wollen den Vereinstrainern lediglich Tipps geben.

Meine Meinung zum DFB-Mobil

Das DFB-Mobil steht und fällt natürlich mit den Trainern, die es begleiten.

Wir hatten sehr umgängliche Trainer, mit denen ein guter Dialog entstanden ist. So muss das sein und so ergibt das DFB-Mobil richtig Sinn und macht Spaß.

Wenn Du allerdings eine DFB-Lizenz besitzt, dann darfst Du nicht zu hohe Erwartungen an einen Besuch des DFB-Mobils haben.

Die Inhalte und Themen, die bei der Muster-Trainingseinheit angesprochen und gezeigt werden, sind alle auch Teil der Lizenz-Lehrgänge. Dort werden sie sogar noch tiefer behandelt.

Als Wiederholung sind die Besuche aber bestens geeignet. Viele Trainer nehmen sich selten die Zeit, um über das eigene Training nachzudenken.

Meine eigene Erfahrung sagt mir, dass der Besuch des DFB-Mobils gerade das fördert: retrospektiv über das eigene Training nachdenken und sich im Dialog mit erfahrenen Trainern hinterfragen.

Sollte Dein Verein mit Übungsleitern ohne Lizenz arbeiten, dann stellen die DFB-Mobile auf jeden Fall einen tollen Mehrwert dar.

Buchempfehlung über die Leitlinien und die Ausbildungsphilosophie des DFB-Kindertrainings

Wenn Du mehr über die Leitlinien und die Ausbildungsphilosophie des DFB zum Thema Kinderfußball wissen möchtest, vielleicht sogar selber Kindertrainer bist, dann empfehle ich Dir das Buch Kinderfußball – Ausbilden mit Konzept 1: Bambinis, F- und E-Junioren (DFB-Fachbuchreihe)



Darin erfährst Du alles über die Ausbildungsphilosophie des DFB im Bereich der Bambinis, der F-Junioren und der E-Junioren.

Im theoretischen Teil lernst Du, auf was Du bei der Betreuung der Kinder besonders achten musst. Du erfährst die Besonderheiten der einzelnen Altersklassen und wie Du mit den Kindern und Eltern umgehen solltest.

Darüber hinaus bietet das Buch einen Teil mit Praxishilfen rund um den Verein. Du findest Ideen, wie Du am effektivsten das Training organisierst oder einen Elternabend durchführst.

Selbstverständlich bekommt auch das Thema Übungsformen und Spiele genug Raum im Buch. Ob Rasen oder Halle – Du findest genug Übungen für Deine Trainingseinheiten.