Kindertraining

Der Heimweg vom Büro führt mich an einem Sportplatz vorbei. Manchmal trainieren dort ein paar Kinder. Manchmal steige ich dann von meinem Rad und schaue für ein paar Minuten zu.

Dann sehe ich, dass die Kinder zur Erwärmung große Runden um den Platz rennen müssen oder in Endlosschleifen den Ball aus dem Stand ihrem Partner in zwei Metern Entfernung zupassen. Ich komme mir dann vor wie im letzten Jahrhundert.

Diese Übungen beinhalten zu wenig oder zu einseitige Bewegung, machen viel zu wenig Spaß und setzen die falschen Reize.

Ich schüttele nur mit dem Kopf und fahre weiter.

Am Wochenende sehe ich manchmal solche Szenen: Mein Trainerkollege der anderen Mannschaft schimpft mit 7-Jährigen bis er die weinenden Kinder auswechselt und sie das restliche Spiel zuschauen müssen.

Die Kinder spielen dann Fußball in einem Umfeld der Angst. Sie lernen, dass sie bestraft werden, wenn sie Fehler machen. Also trauen sie sich nichts zu und sind eingeschüchtert. Doch das behindert sie in ihrer Entwicklung!

Solche Beobachtungen machen mich nachdenklich.

Warum trainieren Kindertrainer die Kleinsten nicht kindgerecht?

Warum zeigen Kindertrainer immer wieder solche Fehlverhalten? Wissen sie denn nichts von ihrer Vorbildfunktion?

Vielleicht wissen sie wirklich nicht, wie es richtig gemacht wird, was es wirklich heißt ein Kindertrainer zu sein.

Und seien wir mal ehrlich: das Land des amtierenden Fußballweltmeisters hat ein Problem! Das Problem geeignete Nachwuchstrainer zu finden!

Wer hat schon Zeit und Muße neben 40 oder mehr Stunden Arbeit die Woche ehrenamtlich eine Kindermannschaft zu trainieren? Schließlich muss man…

  1. die Trainingseinheiten vorbereiten und durchführen
  2. zu jedem Spiel fahren
  3. sich mit den Eltern auseinandersetzen
  4. im Verein mithelfen

… und vieles mehr.

Und das alles auch noch unbezahlt. Als Trainer der Herrenmannschaft bekommt man vielleicht ein paar Hundert Euro. Aber bei den Kindern zahlt kaum ein Verein.

Oft werden dann Notlösungen gefunden und ein Papa, der im besten Fall früher selber gekickt hat, springt als Trainer ein. Aber haben solche Väter immer ausreichend Know-how?

Reicht die eigene Erfahrung aus der Kreisklasse vor 10 Jahren aus, Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zum Fußballer zu begleiten und weiter zu entwickeln?

Ich denke nicht!

All diese Gedanken führten mich schließlich zu diesem Blog.

Ich möchte hier zeigen, wie es richtig geht. Ich werde hier meine Erfahrungen und Gedanken als Fußballtrainer teilen und versuchen jedem zu helfen, der meine Gedanken lesen will.

Bis zum nächsten Post,

Euer Dominik