“Alle Menschen mögen Märchen, auch Softwareentwickler.” So ungefähr beginnt der Klapptext des Buches “Geschichten vom Scrum”. Und es stimmt! Warum also nicht einmal ein Märchenbuch über ein Fachthema lesen? Zumal sich Holger Koschek eine wirklich schöne Geschichte über Scrum, agile Softwareentwicklung und Projektarbeit ausgedacht hat.
Holger Koschek selber ist Berater und Coache im bereich agiler Softwareentwicklung und kennt sich mit Scrum und agiler Projektarbeit bestens aus. Und so wundert es nicht, dass dem Leser, soweit er ebenfalls in der agilen Softwareentwicklung heimisch ist, einige der Charakteren bekannt vorkommen. Da haben wir erstens König Schærmæn, der ein agiles Projekt zum Bau der besten Drachenfalle starten will. Dazu setzt er seinen Sohn, Prinz Rollo, als Scrum Master ein. Zusätzlich holt er einen externen Berater an Bord: das Einhorn Bumaraia aus dem sagenumwobenen Land “Scrum”. Der König stellt dann sein Team, die Musketiere, auf und lässt sie einfach mit der Projektarbeit beginnen.
Im laufe dieser Arbeit passiert den Musketieren alles, was auch in wirklichen Projekten passiert. Erst müssen sie zueinander finden, dann mit sozialen Problemen kämpfen. Dann ändern sich wieder die Projektanforderungen, dann gibt es Probleme mit dem Budget, und so weiter und so fort. Doch zum Ende schliessen sie ihr Projekt erfolgreich ab, sind alle glücklich und wenn sie nicht gestorben sind, dann… .
Das Buch dient sicherlich nicht zum Einstieg in das Thema Scrum und agile Softwareentwicklung. Dazu ist es wahrscheinlich auch nicht gedacht. Es geht auch zu wenig ins Detail, um es als ausserordentliches Fachbuch zu bezeichnen. Es ist aber eine wunderbare und kurzweilige Wiederholung und Vertiefung. Und nicht zuletzt ändert der Leser durch die Märchenform seinen Blickwinkel und regt dadurch seinen eigenen Geist an. So war es zumindest bei mir.
Fazit: das Buch ist sehr lesenswert und ich kann es nur empfehlen. Es sollte aber nicht als Einstieg in das Thema Scrum und agile Softwareentwicklung genutzt werden.